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Deine Katze frisst nicht? – Die 9 häufigsten Ursachen + passende Tipps

Katzen sind bekannt dafür, bei der Wahl des Futters sehr wählerisch zu sein. Da kann es schon einmal vorkommen, dass deine Katze nicht frisst und den Napf voll stehen lässt.

Auch deine Katze frisst nicht mehr? Dann wird dir dieser Artikel sicher dabei helfen, den Grund für ihre Appetitlosigkeit herauszufinden.

Nicht immer liegen die Gründe für die Futterverweigerung einer Katze klar auf der Hand. In diesen Fällen kommt es zunächst darauf an, die Ursache dafür herauszufinden, um entsprechend handeln zu können.

10 mögliche Ursachen kommen in Frage. Fangen wir mit den häufigsten an, die man am leichtesten erkennen kann.

9 Gründe warum deine Katze nicht frisst – und was du machen kannst

Es gibt viele Gründe, warum deine Katze nicht frisst. Zwar kann Appetitlosigkeit bei Katzen auch ein Symptom einer Erkrankung sein, jedoch reichen für die sensiblen Tiere manchmal auch schon kleinste Veränderungen aus, um das Futter zu verweigern.

Folgende Gründe sind häufig schuld, wenn Katzen ihr Futter nicht fressen wollen:

1. Das falsche Katzenfutter wird verschmäht

“Was soll denn das sein?” – Wenn es ums Futter geht sind Katzen oft wählerisch – Bild: Vladeep / Shutterstock.com

Diagnose:

Katzen sind oft Gewohnheitstiere wenn es um ihr Futter geht. Deshalb überlege einmal: Hast du in letzter Zeit die Sorte Katzenfutter oder die Geschmacksrichtung gewechselt? Oder aber hat der Hersteller Änderungen an der Rezeptur vorgenommen, die deiner Katze nicht passen?

Die Lösung:

Bei Änderungen reagieren Katzen oft mäkelig. Im Schlimmsten Fall verweigert sie hartnäckig das Fressen. Du solltest also nicht ständig das Katzenfutter wechseln, nur weil zum Beispiel eine Sorte gerade im Angebot ist.

Ist eine Katzenfutterumstellung dringend notwendig, solltest du behutsam vorzugehen. Mische das neue Futter dazu immer mehr unter das gewohnte Futter. Anschließend sollte deine Katze das altbekannte Futter am besten überhaupt nicht mehr erhalten, um die Akzeptanz des neuen Futters zu erhöhen.

Dabei solltest du konsequent bleiben und ihr bei Bedarf das neue Futter immer wieder anbieten. Stelle ihr das Futter am besten nicht dauerhaft hin, sondern reiche es ihr zwischendurch in kleinen Portionen.

Bei Nassfutter (was empfehlenswert ist) kann es hingegen hilfreich sein, dies leicht zu erwärmen.

Sollten alle Maßnahmen nicht helfen, dann kannst du versuchen, eine Zeit lang hart zu bleiben. Doch Katzen sollten nicht zu lange hungern, sodass es sein kann, dass du die Umstellungsphase noch etwas verlängern musst.

2. Stress schlägt auf den Magen, auch bei Katzen

Diagnose:

Stress kann zu Appetitlosigkeit bei Katzen führen. Bei Katzen kann Stress beispielsweise durch ein verändertes Umfeld infolge eines Umzuges, neuer Personen oder Haustiere im Haushalt, Verlust der Bezugsperson oder auch bei Tod eines Artgenossen ausgelöst werden. Selbst neue Möbel können so manche sensible Samtpfote verunsichern.

Hat sich in letzter Zeit etwas im Leben deiner Katze geändert?

Weitere Symptome von Stress bei Katzen:

Aggressivität (Fauchen, Knurren, Kratzen, Beißen)Aufgestelltes Fell, buschiger SchwanzZitternSchnelle AtmungWeit aufgerissene Augen mit großen PupillenUnsauberkeit

Die Lösung:

Am besten wäre es natürlich, man könnte jeglichen Stress für die Katze vermeiden. Aber manche stressauslösende Veränderung ist nun einmal unvermeidbar.

In diesen und anderen Fällen brauchen Katzen häufig Zeit und Ruhe. Ein Rückzugsort kann ihnen helfen, sich leichter an die neue Situation zu gewöhnen.

Gegen Stress können zugleich Katzenpheromone zum Einsatz kommen. Diese Duftstoffe sind dem Wangenpheromon der Katze ähnlich und beruhigen das Gemüt.

Damit deine Katze auch bei Stress frisst, kann es zudem helfen, wenn du ihr das Futter immer mal wieder in kleinen Portionen anbietest oder Nassfutter leicht erwärmst.

3. Deine Katze frisst nicht, weil sie auch woanders gefüttert wird

Das Problem:

Katzen mit Freigang sind Meister darin, sich auch bei anderen Menschen Leckerlis oder Futter zu erbetteln. Ein bisschen Schmusen, ein paar fragende Maunzer, auffordernde Blicke – Schon gibt es einen Leckerbissen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn Zuhause der Napf nicht mehr angerührt wird, wenn der Bauch schon voll ist.

Im schlimmsten Fall wird deiner Katze bei Nachbarn billiges Trockenfutter gefüttert. Diese enthalten oft Lockstoffe wie Zucker oder Geschmacksverstärker, die deine Katze regelrecht süchtig machen. Sie will dann nur noch dieses Futter. Die Folge: Deine Katze frisst nicht mehr ihr gewohntes Futter.

Die Lösung:

Diese Ursache für Appetitlosigkeit bei Katzen ist nicht leicht zu identifizieren. Die einzige Möglichkeit: Sprich deine Nachbarn an. Frag, ob sie deiner Katze etwas füttern. Erwähne, dass du das nicht möchtest.

Wenn du in einem dicht besiedelten Wohngebiet wohnst und nicht alle deine Nachbarn kennst, kannst du auch Zettel aufhängen.

4. Verschluckte Fremdkörper

Das Problem:

Die von Katzen am Häufigsten verschluckten Gegenstände sind unter anderem Fäden, Füllmaterial von Katzenspielzeug, Haargummis oder sonstige Kleinteile, wie die Tierschutzorganisation International Cat Care in Zusammenarbeit mit amerikanischen Tierärzten herausgefunden hat.

Verschluckte Gegenstände können den gesamten Verdauungstrakt einer Katze blockieren und somit sogar potenziell lebensgefährlich sein.

Neben Appetitlosigkeit zeigen Katzen weitere Symptome, wenn sie einen Fremdkörper verschluckt haben:

Schmerzempfindlicher BauchWürgen und ErbrechenStarker SpeichelflussSchlappheitVerstopfung

Du glaubst, das deine Katze etwas verschluckt hat? Das ist zu machen:

Wenn du beobachtet hast, dass deine Katze einen Fremdkörper verschluckt hat, wende dich sofort an deinen Tierarzt.

Wenn lediglich den Verdacht hast, dann versuch deiner Katze ins Maul zu schauen.

Wenn du nichts erkennen kannst, deine Katze aber einige der oben genannten Symptome aufweist, solltest du ebenfalls den Tierarzt aufsuchen. Außerdem solltest du deiner Katze auf keinen Fall Futter anbieten, bis die Angelegenheit geklärt ist, da es sonst zu weiteren Komplikationen kommen kann.

5. Haarballen

Furminator gegen HaarballenDer Furminator entfernt effektiv lose Haare und verhindert so die Haarballenbildung bei Katzen

Das Problem:

Befinden sich Haarballen im Magen deiner Katze, kann dies das Fressverhalten verändern. Deshalb kann Appetitlosigkeit verstärkt während des Fellwechsels der Katze im Frühling und Herbst auftreten.

Die Lösung:

Malzpaste hilft gegen Haarballenbildung. Katzengras hilft Katzen dabei, verschluckte Haare regelmäßig zu erbrechen.

Mit vermehrtem Bürsten und Kämmen kannst du deiner Katze gerade zur Zeit des Fellwechsels helfen, dass sich weniger störende Haarballen bilden. Es ist die beste Methode, die losen Haare mit dem Furminator zu entfernen und so der Bildung von Haarballen vorzubeugen. Denn Haarballen können richtig gefährlich werden:

In seltenen Fällen können festsitzende Haarballen nämlich sogar einen Darmverschluss verursachen. Dabei handelt es sich um einen lebensgefährlichen medizinischen Notfall, bei welchem Tierärzte schnell handeln müssen.

Aber woran erkennt man einen Darmverschluss bei der Katze? Sie wird sich erbrechen, das Erbrochene riecht dabei nach Kot.

6. Zahnprobleme

Katze will nicht fressen - Zähne als GrundSchmerzen die Zähne, vergeht Katzen die Lust am Futter

Wie es öfter beim Menschen auftritt, so können Katzen ebenso schlecht fressen, wenn Zahnprobleme vorliegen. Dabei kann es sich um defekte Zähne handeln, aber auch um verletztes oder entzündetes Zahnfleisch.

Ein Blick in den Mund kann oftmals helfen, das Problem zu erkennen. Liegt beispielsweise Zahnstein vor, ist ein Zahn locker oder riecht es ungewohnt aus dem Maul deiner Katze, dann lass den Mundraum von einem Tierarzt untersuchen. Insbesondere bei älteren Katzen können gehäuft Zahn- und Zahnfleischprobleme die Ursache für die Futterverweigerung sein.

7. Magenverstimmung oder Übelkeit

Magenprobleme Katze keinen HungerDeine Katze frisst nicht? Vielleicht ist eine Magenverstimmung die Ursache

Diagnose:

Deine Katze frisst nicht, weil sie Magenschmerzen hat? Das zeigt sie, wenn sie den Kopf gesenkt hält. außerdem sind Durchfall und Erbrechen natürlich noch deutlichere Zeichen, dass deine Katze Magenprobleme hat.

Magenverstimmungen können durch zu viel Futter, Futterumstellungen, Futtermittelallergien und für Katzen nicht geeignete Lebensmittel ausgelöst werden.

Kommen als Symptome auch noch Schlappheit und Fieber hinzu, ist ein Infekt der Auslöser.

Das kann helfen

Bei einer Magenverstimmung mit Durchfall und Erbrechen helfen bei Katzen 24 Stunden fasten, gefolgt von vorübergehender Katzenschonkost. Dadurch wird der Magen- und Darmtrakt deiner Katze entlastet und kann sich wieder erholen.

Insbesondere dann, wenn Erbrechen und Durchfall sehr intensiv sind oder länger als 12 Stunden anhält, solltest du einen Tierarzt um Rat fragen. Es droht ein gefährlicher Flüssigkeitsverlust.

9. Weitere Erkrankungen, die schuld sein können, wenn deine Katze ihr Futter verweigert

Katze frisst nichtEs können verschiedene Krankheiten dahinter stecken, wenn eine Katze das Fressen verweigert

Wenn deine Katze nicht frisst, sollte auch immer an eine Erkrankung gedacht werden. Denn viele Erkrankungen können dazu führen, dass deine Katze den Appetit verliert.

Zu diesen Katzenkrankheiten zählen unter anderem:

Organ-Erkrankungen des Magens, der Leber, Nieren, Schilddrüse oder Pankreas: Häufig tritt in diesen Fällen ein plötzlicher Appetitverlust ein oder deine Katze mäkelt andauernd und fühlt sich allgemein unwohl. Ein Tierarzt kann Erkrankungen der Organe zum Beispiel anhand eines großen Blutbildes diagnostizieren.Schnupfen: Hat deine Katze eine Erkältung, dann kann sie häufig nicht mehr so gut riechen. Dies kann auch dazu führen, dass der Appetit beeinträchtigt wird. Nicht zu verwechseln ist ein Schnupfen in Form einer regulären Erkältung mit einem Katzenschnupfen. Beim Katzenschnupfen handelt es sich stets um eine ernste Erkrankung, welche ebenso dazu führen kann, dass deine Katze nicht mehr fressen möchte. Ein Tierarzt kann die Erkrankung diagnostizieren und entsprechend behandeln.Chronische Niereninsuffizienz: Bei dieser Erkrankung haben die Tiere häufig weniger Lust zu fressen, haben mehr Durst und müssen gehäuft Urin ablassen. Aber auch Erbrechen oder Gewichtsverlust können für diese Erkrankung sprechen. Selbst Tiere in tierärztlicher Behandlung können in Folge der Erkrankung noch zwischendurch unter Appetitlosigkeit leiden, wodurch diese Katzen oft zum Fressen animiert werden müssen.Funktionsstörungen der Schilddrüse: Eine Unter- wie auch eine Überfunktion dazu führen, dass eine Katze das Fressen verweigert. Schilddrüsenfunktionsstörungen kann der Tierarzt zweifelsfrei feststellen und mit Medikamenten behandeln.

Allerdings handelt es sich bei Appetitlosigkeit um ein häufiges Symptom der unterschiedlichsten Erkrankungen.

Besteht der Verdacht einer Erkrankung oder kommen weitere Symptome, wie beispielsweise allgemeines Unwohlsein, Schwäche, Fieber oder weitere Merkmale hinzu, solltest du eine Erkrankung von einem Tierarzt ausschließen lassen.

Besonderheiten bei Appetitlosigkeit älterer Katzen

Mit gestiegenem Alter von Katzen kann sich eine Fressunlust einstellen. So kann das Fressen für eine alte Katze schlichtweg anstrengend werden.

In diesen Fällen kann es helfen, deinem Stubentiger Futter mit einer erhöhten Energiedichte zu servieren. Außerdem solltest du das Futter deinem Vierbeiner gut zerkleinert in geringen Portionen zu verabreichen. Dadurch lässt sich die aufzunehmende Futtermenge begrenzen.

Auf der anderen Seite ist aber auch zu beachten, dass ältere Katzen häufiger unter Beschwerden und Erkrankungen leiden können. So kommen beispielsweise Zahnprobleme gehäuft bei älteren Katzen vor oder es treten Erkrankungen der Niere, der Schilddrüse und weitere auf.

Deshalb kann das Alter alleine zwar ein Grund für die Appetitlosigkeit sein, es sollten jedoch andere Gründe ausgeschlossen werden können.

So kannst du deine Katze zum Fressen animieren

Futter nicht dauerhaft bereitstellen, sondern zwischendurch gezielt anbieten. Dadurch wird das Futter wieder interessanter.Etwa 10 Minuten bereitstellen, wieder wegstellen und später nochmals versuchen.Kleinere Portionen anbieten und Futterstückchen eventuell zerkleinern.Nassfutter kurz erwärmen, zum Beispiel wenige Sekunden in die Mikrowelle oder auf die Heizung stellen. Erwärmen steigert die Geruchs- und Geschmacksintensität.

Ab wann zum Tierarzt?

Futtermangel kann auf Dauer schwerwiegende Folgen für dein Tier haben. Zum einen führt dies zu einem Abbau der Fettreserven in der Leber. Aber auch eine Schwächung des Immunsystems sowie Muskelschwund können eintreten.

Länger als 24 Stunden sollte eine Katze deshalb nicht hungern. Nach ein bis zwei Tagen steigt beispielsweise das Risiko einer Hepatischen Lipidose. Dabei handelt es sich um eine Leberverfettung, wodurch dieses Organ nicht mehr richtig arbeiten kann. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und kann sich bereits nach ein bis zwei Tagen der vollständigen Nahrungsverweigerung einstellen.

Generell solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen, wenn du befürchtest, dass die Appetitlosigkeit deiner Katze durch eine Erkrankung verursacht wird oder ihre Gesundheit in Gefahr ist. Aber auch wenn die Futterverweigerung länger anhält oder du dir das schlechte Fressverhalten nicht erklären kannst, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen.

Tipp: Den Online-Tierarzt Dr. Sam kannst du zu jeder Tageszeit, auch am Wochenende oder an Feiertagen erreichen!

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Beitragsbild (ganz oben): Pixel-Shot / Shutterstock.com

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(Originally posted by Dominik Hollenbach)
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Thursday, 06 May 2021
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